Dichtigkeitsprüfung am Wohnmobil selber machen

Du willst einen Camper kaufen und hast Bedenken, ob an dem Wohnmobil alles dicht ist? Vielleicht hast du auch ein eigenes Wohnmobil und möchtest dieses regelmäßig auf Dichtigkeit prüfen? Dann solltest du auf jeden Fall eine Dichtigkeitsprüfung machen (lassen)!

Du kannst diese Prüfung machen lassen oder die Dichtigkeitsprüfung am Wohnmobil selber machen. Das hängt davon ab, was du bereit bist zu zahlen und wie groß dein handwerkliches Geschick bzw. wie geschult dein Auge ist. 

Egal was du gelernt hast und beruflich machst, du kannst eine Dichtigkeitsprüfung am Wohnmobil selber machen – das steht fest. Damit sparst du dir die 80 – 150 Euro, die du für eine Dichtigkeitsprüfung zahlen müsstest. Dafür hast du aber auch keine Meinung eines Fachbetriebes und keine Prüfmarke bzw. Garantie darüber, dass auch wirklich alles so passt, wie du das denkst. 

Bevor wir zur Schritt für Schritt Anleitung für die Dichtigkeitsprüfung am Wohnmobil kommen, haben wir noch Antworten auf die häufigsten Fragen bezogen auf das Thema Dichtigkeit im Wohnmobil für dich: 

FAQ Dichtigkeitsprüfung beim Wohnmobil

Bei einer Dichtigkeitsprüfung wird dein Wohnmobil auf Dichtigkeit geprüft – wie der Name schon sagt. Es wird geprüft, ob alles dicht ist, aber auch ob alles dicht war. Das bedeutet, dass an Wänden & Co überprüft wird, ob alles dicht ist UND ob ein Wasserschaden in der Vergangenheit aufgetreten ist. Dies bedeutet, das Wohnmobil wird auf Dichtigkeit und bestehende Wasserschäden geprüft.  

Die Dichtigkeitsprüfung dauert in etwa eine Stunde. Je nachdem wie gut alle Prüfstellen zugänglich sind kann es ein wenig kürzer oder länger dauern, eine Stunde solltest du aber einplanen. 

Wenn du die Dichtigkeitsprüfung am Wohnmobil selber machen möchtest, solltest du für ein Feuchtigkeitsmessgerät einmalig minimum 70 Euro einplanen. Wenn du die Dichtigkeitsprüfung in einer Werkstatt machen lässt, kostet diese jedes Mal 80-150 Euro. 

Bei neuen Wohnmobilen wird jedes Jahr eine Dichtigkeitsprüfung empfohlen. Je älter das Wohnmobil ist, desto weniger wert legen Besitzer in der Regel auf Service und Dichtigkeitsprüfung in der Werkstatt. Gerade bei älteren Wohnmobilen ist das aber immens wichtig! Du solltest also jedes Jahr eine Dichtigkeitsprüfung einplanen.

Das gesamte Wohnmobil wird auf Dichtigkeit und Wasserschäden überprüft.

Einmal im Jahr eine Dichtigkeitsprüfung am Wohnmobil selber zu machen kostet dich einmalig 50-100 Euro für ein Feuchtigkeitsmessgerät und jährlich 1-2 Stunden Zeit. Wenn du die Dichtigkeitsprüfung in einer Fachwerkstatt machen lässt, dann kostet diese jährlich 80 – 150 Euro. 

Wenn du allerdings einen Wasserschaden erst dann erkennst, wenn er mit bloßem Auge sichtbar ist, dann ist es meist zu spät für eine einfache Reparatur und der Schaden kann schnell in die tausende gehen. Ganz abgesehen von der Zeit und dem Ärger, den du hast. 

Eine regelmäßige Dichtigkeitsprüfung ist also sehr zu empfehlen, unabhängig davon, ob du diese selber machen wirst oder machen lässt. Hauptsache du machst es.

Feuchtigkeitsmessgerät Wohnmobil

Für eine korrekte Dichtigkeitsprüfung in deinem Wohnmobil wirst du ein Feuchtigkeitsmessgerät brauchen. 

Übrigens gelten alle Angaben und Aussagen hier für das Wohnmobil genauso wie auch für den Wohnwagen und andere Camper. Du kannst also auch die Dichtigkeitsprüfung am Wohnwagen selber machen. 

Feuchtigkeitsmessgerät für Wohnmobil kaufen

Es gibt unterschiedliche Arten von Messgeräten:

  • Feuchtigkeitsmessgeräte, die in das Material gedrückt werden
  • Feuchtigkeitsmessgeräte, die an das Material angelegt werden 

Von der ersten Gruppe Feuchtigkeitsmessgeräte solltest du beim Wohnmobil Abstand nehmen. Damit würdest du dir nämlich schnell unschöne Dellen und Löcher in das Material drücken. Von diesen möchten wir dir bei einem Reisefahrzeug demnach abraten. 

Am besten haben sich beim Wohnmobil Feuchtigkeitsmessgeräte bewährt, die nur angelegt werden. 

In den meisten Werkstätten wird dieses Gerät für eine Dichtheitsprüfung verwendet: Caisson VI-D3 Feuchtigkeitsmesser (Kosten: ca 160€).

Gute Bewertungen und ausreichend für den Eigengebrauch ist auch dieses Feuchtigkeitsmessgerät von Trotec (Kosten ca. 70€):

Feuchtigkeitsmessgerät von Trotec

Mit disem Feuchtigkeitsmessgerät von Trotec kannst du deine Dichtigkeitsprüfung am Wohnmobil für einmalig ca. 70 Euro jedes Jahr selber machen.

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Mit diesen Feuchtigkeitsmessgeräten kannst du selber schon sehr gut Undichtigkeiten sowie Wasserschäden am Camper erkennen, auch wenn diese noch nicht wirklich sichtbar sind. Wie genau das geht erfährst du gleich in einer Schritt für Schritt Anleitung zur Dichtigkeitsprüfung im Wohnmobil. 

Dichtigkeitsprüfung am Wohnmobil – Schritt für Schritt Anleitung 

Wir zeigen dir in 3 Schritten, wie du eine Dichtigkeitsprüfung am Wohnmobil selber machen kannst.

1. Schritt Dichtigkeitsprüfung Wohnmobil: Prüfung von außen

Erst einmal schaffst du dir einen Gesamtüberblick des Wohnmobils von außen. Ein ziemlich sicheres Indiz für einen Wasserschaden an deinem Wohnmobil sind Wölbungen an der Außenwand und lose Bleche. 

Praxistipp: Bei einem Wasserschaden löst sich das Außenblech von der Wand und wölbt sich leicht. Wenn du auf das Blech drückst, dann spürst du, dass Luft hinter dem Blech und dem Rest der Wand ist.

Oftmals tauchen diese Wölbungen an den Stellen auf, an denen an der Außenwand etwas verbaut ist. Besondere Schwachstellen findest du also in der Nähe der Keder Laufleisten,  Fenstern, Lüftungen und Außensteckdosen sowie Fahrradträgern.

Sichtbare Beschädigungen durch Unfälle oder an Anbauteilen sollten ebenfalls deine Aufmerksamkeit wecken. 

Ab jetzt kommt das Feuchtigkeitsmessgerät deiner Wahl zum Einsatz. 

Bei einem Wohnwagen kannst du zuerst die Wand des Gaskastens genau messen. Wenn der Wohnwagen vorne ein Fenster hat, dann achte einmal genau unter diesem auf eventuell auftretenden Undichtigkeiten oder Wasserschäden. 

Schau dir die Serviceklappen rund um das Fahrzeug einmal genau an. Öffne diese und messe die gesamte Klappe einmal umlaufend von der Innenseite mit dem Feuchtigkeitsmessgerät. Sollte sich die Wandtapete innerhalb der Serviceklappe bereits wellen, dann ist hier besondere Vorsicht geboten! 

Als nächstes solltest du die Wand um den Rahmen der Serviceklappe herum umlaufend messen.

Praxistipp: Wenn du in der Serviceklappe oder an anderen schlecht zugänglichen Stellen den Wert deines Feuchtigkeitsmessgerätes schlecht sehen kannst, dann nutze die “Hold Taste”. Die meisten Feuchtigkeitsmessgerätes haben solche eine “Hold Taste”, womit du den aktuell gemessenen Wert halten kannst und dir den Wert dann in Ruhe ansehen kannst. 

Wenn der Camper aufgesetzte Fenster hat, dann kannst du auch von außen den Dichtgummi ein wenig anheben und einmal einen Blick dahinter werfen. Dort erkennst du dann den Zustand der Dichtmasse. Dies geht allerdings nur wenn das Fenster offen ist. 

Praxistipp: Unter dem Dichtgummi sollte der Dichtstoff komplett sein. Wenn du also irgendwo sehen kannst, dass nicht genug Dichtstoff an den entsprechenden Stellen ist, dann muss dieser erneuert werden. Das ist beispielsweise der Fall, wenn der Holzrahmen an dem Fenster durch den Dichtstoff durch zu sehen ist.

Als letztes kannst du dir von außen noch die Schrauben ansehen. Bei Wohnmobilen werden in der Regel außen nur Edelstahlschrauben verwendet. Die Außenhaut des Wohnmobils ist aus Aluminium, normale Schrauben würden korrodieren und damit rosten. Auch bei Edelstahlschrauben werden Stellen, an denen etwas verschraubt wird, mit den Jahren undicht – außer es ist eine ordentliche Portion DIchtstoff unter den Edelstahlschrauben. An jeder Schraube liegt aber im Prinzip ein potenzieller Gefahrenherd für Wassereintritt und Undichtigkeit!

Hast du alle Klappen und Fenster durch? Dann geht die Suche von unten weiter. 

2. Schritt Dichtigkeitsprüfung Wohnmobil: Prüfung von unten

Wenn du dann einmal um das Fahrzeug rum bist kommt als Schritt 2 die Dichtigkeitsprüfung von unten.

Um das Fahrzeug von unten zu prüfen solltest du dich entweder unter das Fahrzeug legen können oder das Wohnmobil auf einer Bühne oder Grube besichtigen können.

Jetzt fängst du am besten vorne an. Bei einem Wohnwagen wäre dies der Gaskasten. Bei einem Wohnmobil startest du ganz vorne unter dem Fahrerhaus. 

Messe die Feuchtigkeit am Boden erst einmal von unten. Dabei fängst du am besten an der Außenkante seitlich des Wohnmobils (bei teilintegrierten Wohnmobilen direkt hinter dem Fahrerhaus) an und arbeitest dich dann langsam weiter Richtung hinterem Radkasten. Durchführungen im Boden sind ganz genau zu betrachten. 

Wenn du um den Radkasten herum bist geht es weiter nach hinten bis du an der Rückwand angekommen bist. Auch bei Trittstufen musst du etwas genauer hinsehen. 

Heute haben die meisten Wohnmobile hinten eine Heckgarage, deren Boden mit GFK beplankt ist. Dort ist diese Messung dann nicht möglich, da die Feuchtigkeitsmessgeräte auf Holz ausgelegt sind und GFK keine Feuchtigkeit aufnimmt. 

An der hinteren Kante fährst du nun weiter entlang und an der anderen Seite wieder nach vorne. Achte am Wohnmobil am Übergang zum Fahrzeug darauf, dass du etwas genauer misst. Denn oft spritzt genau an dieser Stelle das Wasser vom vorderen Reifen gegen die Bodenplatte. 

Extratipp (Unter)bodenschutz am Wohnmobil: 

Du wirst bei der Prüfung des Unterbodens sicher bemerkt haben, dass das Blech der Seitenwand etwas länger ist und nicht bündig mit dem Boden abschließt. Das soll auch so sein, ca. 5-10 mm sind da ganz normal. Dieser kleine Überstand dient als Tropfkante, damit das Wasser, welches an der Außenwand herunter läuft, abtropfen kann und nicht in den Boden zieht.

Meistens besteht der Boden aus mehreren Platten. Die Übergänge werden bei einer Dichtigkeitsprüfung durch eine Werkstatt oft mit speziellem Unterbodenschutz für Holz besprüht. Dieser Unterbodenschutz sieht aus wie eine Lasur und ist atmungsaktiv. Damit schützt er deinen Unterboden wirklich vor Wasser und Wasserschäden. 

Aber Achtung wenn der komplette Boden mit herkömmlichem Unterbodenschutz von Autos zugeschmiert worden ist, denn dieser ist nicht atmungsaktiv. Dieser Unterbodenschutz ist vom Aussehen her eher gummiartig und sieht auch nicht so aus, als wäre er atmungsaktiv. Wenn mit dem nicht atmungsaktiven Unterbodenschutz gearbeitet wurde und dann Wasser von oben in die Platte zieht, dann kann es nicht nach unten weg trocknen und es fängt an zu faulen. 

Bist du am Unterboden durch? Dann geht’s jetzt im Innenraum weiter! 

Praxistipp: Wenn du mit der Messung vom Unterboden fertig bist, dann reinige das Feuchtigkeitsmessgerät einmal gründlich, damit du im Innenraum nichts verschmutzt. 

3. Schritt Dichtigkeitsprüfung Wohnmobil: Prüfung von innen

Nach der Dichtigkeitsprüfung von außen und von unten, geht es im Innenraum des Wohnmobils weiter. 

Wir starten mit der Prüfung an der Decke. Umrunde mit dem Feuchtigkeitsmessgerät einmal alle Dachluken, sowie den Kamin und eventuelle Durchführungen von Kabeln. 

Wenn du damit fertig bist schaue dir die Eingangstür genau an. Umrunde den Rahmen und prüfe ob dort alles dicht ist.

Der nächste Schritt sind dann die Fenster von innen. Umrunde alle Fenster genau mit dem Feuchtigkeitsmessgerät und schaue auch ob du in dem Bereich der Dichtung zur Wand (Tapete)Unebenheiten siehst. Eine helle Taschenlampe bzw. Stirnlampe ist hier übrigens sehr von Vorteil. 

Praxistipp: Die Stellen eines Wasserschadens kannst du oft sogar erfühlen! An den Stellen, an denen Wasser eintritt oder eingetreten ist, sind die Oberflächen häufig etwas rauer als an komplett trockenen Stellen. Durch die Feuchtigkeit stellen sich die Fasern etwas auf, was du dann mit deinen Fingern fühlen kannst.

Weitere wichtige Stellen sind auch noch die Halter der Markise. Die meisten Wohnmobile haben drei oder sogar vier Halter an der Außenwand. Hier gilt es diese von innen zu finden und von innen zu prüfen, ob hier alles dicht ist.

Wenn du auf der Suche nach den Haltern jetzt dabei bist die Schränke zu öffnen, kannst du auch direkt in jedem Schrank einmal messen, ob an der oberen Wandkante Feuchtigkeit feststellbar ist. 

Du hast alles durch? Dann hast du bereits sehr viel von dem Wohnmobil auf Dichtigkeit geprüft und dir fehlen nur noch die unteren Schränke und Staukästen. Hier nutzt du auch am besten die Taschenlampe und prüfst einmal umlaufend. Am besten gehst du immer in einer Richtung vor, zum Beispiel im Uhrzeigersinn. Dann weißt du wo du schon warst und flitzt nicht quer durchs Fahrzeug. 

Wenn du nun alle 3 Schritte durchgegangen bist und keine Auffälligkeit gefunden hast, dann kannst du dir relativ sicher sein dass kein großer Wasserschaden in dem Wohnmobil vorhanden ist. 

Solltest du allerdings irgendwo Feuchtigkeit gefunden haben, dann Achtung!. Oftmals sieht es sehr klein aus und wenn du dann den Schaden entsprechend frei legst, kommt das böse Erwachen. In dem Fall eines entdeckten Wasserschaden solltest du unbedingt einen Profi zu Rate ziehen, außer du bist selbst einer! 

Fazit Dichtigkeitsprüfung am Wohnmobil selber machen

Du kannst die Dichtigkeitsprüfung am Wohnmobil recht einfach in 3 Schritten selber machen – das steht fest! Ob dein Wohnmobil wirklich dicht ist und nirgends schädliches Wasser eintritt, weißt du dann am besten selber! 

Wenn dir das als Sicherheit reicht, dann kannst du die Dichtigkeitsprüfung am Wohnmobil selber machen und dir damit einige Euros sparen.

Wenn du dich allerdings lieber auf die Sicherheit und die Expertise einer Fachwerkstatt verlassen möchtest, dann kannst du die Dichtigkeitsprüfung von einer Fachwerkstatt für 80-150 Euro machen lassen. Das kann sich vor allem beim Kauf eines neuen Wohnmobils lohnen und wird im Rahmen der Garantie des Herstellers sogar die ersten Jahre gefordert.

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